Wie Yoga auf Körper, Geist und unsere Seele wirkt, habe ich dir in meinem Blog „Warum Yoga einfach guttut“ bereits erläutert.
Jetzt möchte ich dich mitnehmen, die Wirkungen der einzelnen Asana-Gruppen genauer kennenzulernen.
Wir „kategorisieren“ Asanas in Vorbeugen, Rückbeugen, Drehungen, Standhaltungen/Balancen, Umkehrhaltungen, Hüftöffner, Kräftigung … Manche können in mehrere Kategorien eingeordnet werden und auf mehreren Ebenen wirken. Was Asanas in der Regel immer tun...
Jede Asana dehnt und kräftigt zugleich. Jede Asana wirkt auf eine gezielte Region im Körper im Speziellen und beeinflusst uns dabei auch emotional.
Nach und nach stelle ich dir die verschiedenen Asana-Gruppen mit ihren Wirkungen vor.
Heute starte ich mit den
Wann hast Du dich das letzte Mal in deinem Alltag vorgebeugt und dabei sogar den Boden berührt?
Hast Du deine Beine dabei gestreckt oder gebeugt? Bist du dabei in die Hocke gegangen?
Ich erlebe viele Menschen, die Vorwärtsbeugen nicht wirklich mögen. Es zieht am Rücken, es drückt an Bauch oder Busen. Die Beinrückseiten streiken.
Von klein auf beginnen wir, Vorwärtsbeugen zu vermeiden. Als Kind fällt uns das noch nicht wirklich auf, unser Körper ist noch geschmeidig, um das auszugleichen. Mit zunehmendem Alter wird das schwieriger. So erlebe ich bereits Jugendliche, die im Sitzen ihre Beine nicht mehr strecken können.
Auch hier steckt der Körper es größtenteils noch weg, vielleicht taucht bereits die ein oder andere Verletzung auf. Aber insgesamt sehen wir noch keinen Handlungsbedarf.
Je älter wir werden, um so deutlicher nehmen wir den Verlust der Öffnung unserer Körperrückseite wahr. Es folgen Rückenschmerzen, Knieschmerzen etc.
Vorwärtsbeugen wirken körperlich auf den gesamten Rücken- und auch auf unseren Bauchraum. Die Wirbelsäule wird gedehnt, der Bauchraum gleichzeitig komprimiert, was sich positiv auf unsere Organe auswirkt. Neben den Beinrückseiten werden die Gesäßmuskeln gestreckt und durch die Vorbeuge des Kopfes gelangt mehr Blut in den Kopf, was die Durchblutung fördert. Man sagt sogar, dass Vorbeugen wie ein Jungbrunnen wirken, durch die stärkere Durchblutung des Kopfes werden Konzentration gesteigert und Müdigkeit beseitigt.
Was erklärt, dass auf mentaler Ebene Vorwärtsbeugen eine zentrierende Wirkung haben. Je weiter dein Körper die Vorbeuge zulässt, um so mehr ist der Blick nach innen möglich. So hilft dir die Vorbeuge nach einem fordernden Tag wieder bei dir selbst anzukommen.
Außerdem lässt dich eine tiefe Vorbeuge Schultern und Nacken leichter entspannen und so einen stressigen Tag besser abschütteln.
Wir Yogis sprechen bei Vorbeugen immer vom Loslassen. Einfach gesagt! Aber probiere es aus! Ich sehe immer wieder, wie Menschen versuchen krampfhaft die Nase zum Knie zu bewegen. Doch damit verspannen sich die Muskeln, arbeiten sogar gegen dich.
Übe dich in Geduld und Weichheit. Je mehr du loslässt, je tiefer / weicher dein Atem, desto tiefer wirst du in deine Vorbeuge hineinsinken können. So helfen dir Vorbeugen, deine Achtsamkeit zu schulen.
Aber bei all dem Lob über Vorbeugen gibt es doch auch etwas zu beachten:
Versuche nichts mit Gewalt, so sorgst du Verletzungen vor.
Bei akuten Bandscheibenvorfällen solltest du keine Vorbeugen üben.
Sei vorsichtig bei Kopfschmerzen und hohem Blutdruck!
Sei achtsam, wenn du aus Vorbeugen zurückkommst. Dadurch, dass das Blut in den Kopf fließt, kann es dir beim Aufrichten schwindelig werden. Bleib daher weit in Schultern und Brustkorb, so kann dein Atem weiter frei fließen.
Du übst schon lange Vorbeugen und es tut sich nichts?
Wie offen bist Du für Veränderungen? Welche Widerstände zeigen sich dir auf mentaler Ebene, wenn du Vorbeugen übst? Vielleicht steigen Bilder auf, Gedanken? Was sagt das über dich?
Vorbeugen bedeuten Loslassen.
Vorbeugen beugen vor.
Lese auch die
Wirkung von Pranayama und
Shavasana - Die Totenhaltung.
Ruf mich an: 0177 - 5383145